Fehlbesetzungen werden häufig mit einem angespannten Arbeitsmarkt erklärt: zu wenige Kandidaten, steigende Gehaltsvorstellungen, langwierige Prozesse. Doch in der Praxis zeigt sich: Die Ursache liegt oft nicht im Markt, sondern deutlich früher im Prozess. Nämlich in der unzureichenden Definition des Mandats.
Das eigentliche Risiko entsteht vor der Suche
Viele Suchaufträge beginnen mit einer Stellenbeschreibung. Diese enthält Aufgaben, fachliche Anforderungen, Berichtslinien und Verantwortungsbereiche. Was jedoch häufig fehlt, ist strategische Klarheit.
Die zentrale Frage lautet nicht nur: „Wen suchen wir?“, sondern vor allem: „Welches konkrete Problem soll diese Position lösen?“ Geht es um:
- Wachstum und Skalierung?
- Stabilisierung eines Teams?
- Kulturveränderung?
- Transformation?
- Nachfolge?
- Performance-Optimierung?
Ein Unternehmen, das Stabilität benötigt, braucht ein anderes Profil als eines, das Veränderung erwartet. Eine Organisation mit internen Spannungen benötigt möglicherweise eine moderierende Führungspersönlichkeit, nicht zwingend den fachlich stärksten Spezialisten. Fachliche Exzellenz ersetzt keine strategische Zieldefinition.