Fake-Bewerber im Recruiting erkennen und vermeiden
Der Lebenslauf ist makellos, das Foto sympathisch, die Erfahrung passt auf den Punkt. Und doch gibt es den Kandidaten so nicht. Fake-Bewerber nutzen gefälschte Unterlagen, KI-Profile oder Deepfakes, um Stellen zu erhalten. Gartner erwartet, dass bis 2028 weltweit etwa jedes vierte Kandidatenprofil gefälscht sein wird. Dieser Beitrag zeigt, woran Sie Fälschungen erkennen und wie Sie das Risiko begrenzen.
Was hinter Fake-Bewerbern steckt
Fake-Bewerber geben falsche Identitäten, Qualifikationen oder Berufserfahrung an. Was früher ein geschönter Lebenslauf war, übernimmt heute die KI: Sie erstellt Unterlagen und Profilfotos, und in Videointerviews kommen Deepfakes zum Einsatz. Berichte aus den USA zeigen, dass vor allem Homeoffice-Stellen betroffen sind. Die Folgen reichen über eine Fehlbesetzung hinaus: Möglich sind Datendiebstahl und Schadsoftware im Unternehmen.
Warum das Risiko wächst
Je einfacher die Werkzeuge, desto größer der Anreiz. In einer Gartner-Befragung unter 3.000 Kandidaten (2025) gaben 6 Prozent an, in einem Vorstellungsgespräch betrogen zu haben, etwa durch einen Identitätstausch. Für Deutschland sind bisher weniger Fälle belegt als für die USA. Doch auch hier gelten Remote-Stellen als mögliches Ziel. Unternehmen sollten vorbereitet sein, bevor der erste Fall auftritt.
Woran Sie Fälschungen erkennen
- Eine einzelne Auffälligkeit ist noch kein Beweis. Mehrere zusammen sollten Sie jedoch stutzig machen:
- Lebenslauf und Online-Profil passen nicht zusammen, etwa bei Daten, Stationen oder Kontakten.
- Der Kandidat kann seinen Werdegang nicht im Detail erklären.
- Die Kamera bleibt aus oder das Bild wirkt unnatürlich, besonders bei Bewegungen vor dem Gesicht.
- Der Kandidat lehnt einen persönlichen Termin ab.
- Zeugnisse oder Referenzen lassen sich nicht bestätigen.
Wie wir bei head for work Kandidaten prüfen
Wir interviewen jeden Kandidaten persönlich, in der Regel telefonisch, auf Wunsch per Video. Dabei prüfen wir Werdegang und Angaben und fragen Stationen, Aufgaben und Wechselmotivation im Detail nach. Konkrete Nachfragen machen Unstimmigkeiten sichtbar.
Eine formale Identitätsprüfung gehört nicht zu unseren Interviews, das sagen wir offen. Bei Remote-Stellen oder Positionen mit Systemzugriff empfehlen wir Ihnen deshalb, vor der Vertragsunterschrift ein persönliches Treffen oder den Abgleich der Ausweisdokumente einzuplanen.
Diskretion gehört dazu
Prüfen heißt nicht, Daten breit zu streuen. Wir geben Kandidatendaten nur mit Zustimmung des Kandidaten an Unternehmen weiter. Vorab erhalten Sie anonymisierte Profile ohne Namen und Arbeitgeber. Ob und wann wir Namen nennen, stimmen wir mit Ihnen ab. Auf Wunsch suchen wir verdeckt.